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EKZ CrossTour in Hittnau – Meisen und Chainel die Hauptsieger- Schweizer auf den Ehrenplätzen

Marcel Meisen - Sieger EKZ CrossTour Hittnau 2017 - Foto: Werner Jacobs

Von August Widmer   Fotos: Werner Jacobs

In den beiden Hauptkategorien des zur EKZ-Cross-Tour zählenden Querfeldeinrennens von Hittnau schwangen Fahrerinnen und Fahrer aus dem Ausland obenaus. Bei den Frauen holte sich die Französin Lucie Chainel den Sieg. Im Elite-Rennen der Männer wartete der deutsche Meister Marcel Meisen mit einer sensationellen Aufholjagd auf und holte sich auf den letzten Metern den Sieg.

Der 29-jährige Deutsche lag bei Hälfte des über zehn Runden führenden Rennens mit einem Rückstand von fast 40 Sekunden auf dem zehnten Zwischenrang. Zu diesem Zeitpunkt setzte wohl niemand der trotz nasskalter Witterung in grosser Zahl nach Hittnau gekommenen Querfans auf den deutschen Meister. Dies nicht nur, weil es in Hittnau keinen Wettschalter gab, sondern mehr auch deswegen, weil unter der Führung des Schweizers Nicola Rohrbach eine starke Spitzengruppe vorne lag.     «Ich hatte in der Anfangsphase technische Probleme und kam nicht so recht vom Fleck. Je länger jedoch das Rennen ging, umso besser lief es mir», erklärte Meisen seine zurückhaltende Fahrweise in der ersten Rennhälfte. Vorübergehend lag der Deutsche auf den zwölften Zwischenrang. Je länger jedoch das Rennen dauerte, umso besser kam Meisen in Fahrt. Die letzten vier Runden legte er am schnellsten zurück und die Schlussrunde nahm er mit einem Rückstand von acht Sekunden auf die wie die sicheren Ersten aussehenden beiden Franzosen Chainel und Canal sowie Rohrbach in Angriff. Die Lücke von wenigen Sekunden vermochte Meisen noch vor dem letzten Aufstieg zum Schlosshügel, dem Haupthindernis des Rundkurses von Hittnau, zu schliessen. In der Abfahrt vom Schlosshügel attackierte Meisen sogar und setzte sich von seinen Begleitern sofort ab. Mit einem Vorsprung von fünf Sekunden holte er sich vor dem Franzosen Canal und Rohrbach den Sieg. «Meisen ist bekannt dafür, dass er am Schluss noch aufdrehen kann. Da war nichts mehr zu machen. Mit dem dritten Rang bin ich zufrieden», führte Rohrbach am Ziel als bester Schweizer aus. Davon, dass er vielleicht in der Anfangsphase etwas defensiver hätte fahren sollen, wollte der seit acht Jahren im Kanton Zug lebende Baselbieter nichts wissen: «Ich fuhr auf den ersten Runden mein Tempo. Dass ich zwischendurch alleine vorne lag, hatte weniger mit einer schnellen Fahrt von mir, als vielmehr damit zu tun, dass die Fahrer hinter mir stürzten. Da öffnete sich zwar eine Lücke. Sie wurde jedoch rasch wieder geschlossen».

Siegerpodest EKZ-Crosstour 2017 Hittnau 1. Marcel Meisen Mitte, 2. Fabien Canal FRA/links), 3. Nicola Rohrbach (SUI, rechts) – Foto: Werner Jacobs

Vater Wildhaber verteidigte Gesamtführung

Neben Rohrbach kamen mit Simon Zahner (7.), dem sein bestes Resultat in dieser Saison abliefernden Severin Sägesser (8.), Marcel Wildhaber (10.) und dem jungen Timon Rüegg (11.) noch vier andere Schweizer unter die besten Zwölf. Wildhaber konnte Rüegg erst in der Schlussrunde noch überholen und unter die Top-Ten fahren. Damit verteidigte Wildhaber die Führung in der Gesamtwertung der EKZ-Cross-Tour. Dass er in Hittnau nie in die Entscheidung eingreifen konnte hatte einen einleuchtenden Grund: Wildhaber war in der Nacht zuvor Vater einer Tochter namens Nina geworden. In der Gesamtwertung liegt Wildhaber vor den beiden letzten zur EKZ-Cross-Tour zählenden Rennen von Eschenbach und Meilen nun 33 Punkte vor Rohrbach. Falls Wildhaber den Sieg in der Gesamtwertung zu holen vermag, wäre dies ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für seine Tochter.

 

Starke Fränzösinnen

Nicht nur im Hauptrennen, sondern auch bei den Frauen und beim Nachwuchs warteten die Querfeldeinfahrerinnen und -fahrer aus Frankreich mit starken Leistungen auf. So wurde die Frauenprüfung von Lucie Chainel, der Ehefrau des Elite-Fahrers Steve Chainel gewonnen. Lucie Chainel verwies die Tschechin Pavla Havlikova auf den zweiten und Schweizermeisterin Jasmin Egger-Achermann auf den dritten Platz. Nachdem Havlikova auch im vierten Rennen der diesjährigen EKZ-Cross-Tour zum viertenmal Zweite geworden war, war ihr die Führung in der Gesamtwertung gewiss. Der Pechvogel-Preis bei den Frauen gehörte der erst 16-jährigen Noemi Rüegg vom VC Steinmaur. Die junge Fahrerin stürzte kurz nach dem Start und fiel ins Hintertreffen. Als sie am Aufholen war, erlitt sie einen Wechseldefekt und musste mehr als die halbe Hittnauer-Runde zu Fuss bis zum nächsten Materialposten zurücklegen. Dank einem starken Effort auf den Schlussrunden vermochte sich Rüegg immerhin der Überrundung durch die Siegerin zu entziehen. Dieser Einsatzwille wurde vom Publikum mit viel Applaus quittiert.

Siegespodest Frauen-Elite – Siegerin Lucie Chainel (FRA) Mitte, 2. Paval Havlinkova (CZE) links, 3. Jasmin Egger-Achermann (SUI) rechts – Foto: Werner Jacobs

Das Rennen der Amateure, Senioren und Junioren wurde von Juniorenmeister Loris Rouiller vor Luca Schätti gewonnen. Mit Alois Charrin kam hier ein weiterer Fahrer aus Frankreich aufs Podest. Er wurde Dritter. Zur Vorbereitung auf die Ende November in Belgien stattfindende Masters-Weltmeisterschaft bestritt auch der frühere Schweizermeister Christian Heule in dieser Kategorie das Rennen. Heule überzeugte in den technischen Passagen – gelernt ist gelernt – und erreichte als Zwölfter das Ziel.

Podest U19/Amateure/Masters: 1. Loris Rouiller (SUI), 2. Luca Schätti (SUI), links, 3. Alois Charrin (FRA), rechts – Foto: Werner Jacobs

Im Rennen der U-17/Anfänger hielten wiederum die Franzosen vorne mit. Lars Sommer (Gossau SG) kam allerdings vor den beiden besten Franzosen ins Ziel und sorgte so dafür, dass in dieser Nachwuchskategorie der Sieg in der Schweiz blieb. Beim weiblichen Nachwuchs ging der Sieg wieder nach Frankreich, schwang doch bei den Jahrgängen 2002 und 2003 Line Burquier vor der Schweizerin Melissa Rouillier obenaus.

Podest U17: 1: Lars Sommer (SUI), 2. Rémi Lelandais (FRA), links, 3. Bastien Tronchon (FRA) rechts – Foto: Werner Jacobs

Siegespodest U17-Frauen: 1. Line Burquier (FRA) Mitte, 2. Mélissa Rouiller (SUI) links, 3. Nicole Göldi (SUI) rechts – Foto: Werner Jacobs

Mit 80 Teilnehmern gut besetzt war das «Jedermann-Cross». Hier holte sich Pius Stucki (Altendorf) den Sieg.

Leader der Cross for all Kategorie: Leader Herren Pius Stucki, Leader Frauen Yvonne Waltert – Foto: Werner Jacobs

Siegespodest U15/U13: 1. Lorena Cadalbert, 2. Mara Thür (links), 3. Monique Halter (rechts) – Foto: Werner Jacobs

Siegespodest U15/U13: 1. Romano Püntener (Mitte), 2. Alexandre Binggeli (links), 3. Flavio Knaus (rechts) – Foto: Werner Jacobs

Resultate Elite-Herren:

1. Marcel Meisen (GER)
2. Fabien Canal  (FRA)
3. Nicola Rohrbach (SUI)
4. Steve Chainel (FRA)
5. Francis Mourey
6. Wietse Bosmans (BEL)
7. Simon Zahner (SUI)
8. Severin Sägesser (SUI)
9. Tomas Paprstka (CZE)
10. Marcel Wildhaber (SUI)  –  EKZ Leader
11. Timon Rüegg (SUI)

Resultate Elite-Frauen

1. Lucie Chainel (FRA)
2. Pavla Havlinkova (CZE)
3. Jasmin Egger-Achermann (SUI)
4. Lara Krähemann (SUI)
5. Evita Muzic (FRA)
6. Marlène Petit (FRA)
7. Rebecca Gariboldi (ITA)
8. Marlène Morel Petitgirard (FRA)
9. Francesca Baroni (ITA)
10. Svenja Wüthrich (SUI)

Alle Resultate: http://my6.raceresult.com/67164/results?lang=en#1_800A80

Gesamtwertung EKZ CrossTour: http://my6.raceresult.com/67164/results?lang=de#0_342DCA

Zufriedene Bilanz des OK-Präsidenten

«Es war ein gelungener Anlass hier in Hittnau», meinte Thomas Frei am Ende des Tages. «Die Wettervorhersage bewahrheitete sich glücklicherweise nicht ganz so schlimm, wie befürchtet und so erlebten die dennoch zahlreich erschienenen Zuschauer packenden Radquersport über alle Kategorien. Alles in allem können wir sicher zufrieden sein.»

OK-Präsident Thomas Frei (links) – Adrian Janka Swiss-Cycling-Jury-Mitglied (rechts)

 

EKZ Cross Hittnau 2017 – vom Schlosshügel – Foto: Werner Jacobs

Fotos: Werner Jacobs

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