Zahner holt sich in Affoltern den grössten Osterhasen - Nach zehn Jahren Unterbruch gewinnt der Crossler wieder das Elite-Rennen

Simon Zahner gewinnt den GP Osterhast in Affoltern 2017 - Foto: Werner Jacobs
Simon Zahner gewinnt den GP Osterhast in Affoltern 2017 - Foto: Werner Jacobs

Nach dem GP Osterhas, der am Ostersamstag in Affoltern a/A zum 38. Male ausgetragen wurde, kann man sich zu Recht fragen, ob Simon Zahner nun ein Crossler oder ein Strassenfahrer ist. In beiden Disziplinen hat der Zürcher Oberländer eine Durststrecke hinter sich. Während er im Cross weiterhin auf einen bedeutenden Sieg wartet, holte sich Zahner in Affoltern mit dem ersten Platz beim GP Osterhas erstmals einen Erfolg in einem Kriterium. «Als junger Elite-Fahrer war ich in den Kriterien recht gut. Dann konzentrierte ich mich auf die Strassen- und auf die Querfeldeinrennen. Dass mir in Affoltern nun wieder ein Sieg in einem Kriterium gelang, macht mich zufrieden und glücklich», stellte Zahner am Ostersamstag zufrieden fest. Nach einem zehnjährigen Unterbruch - 2007 hatte Zahner in Affoltern gewonnen - holte er sich zum zweiten Male den Sieg im GP Osterhas und damit auch den grössten Schoggi-Hasen. In Affoltern gibt es für die Besten bei der Siegerehrung nämlich keine Blumen, sondern Schoggi-Hasen. Zahner wartete mit einer starken Fahrweise auf: Er war meistens dabei, wenn einer der zahlreichen Vorstösse lief. Mitunter preschte er selber aus dem Felde vor. Dank dieser kämpferischen Fahrweise lag Zahner am Schluss mehr als 30 Punkte vor Jan-Andre Freuler und dem Ostschweizer Damian Lüscher (Weinfelden).

[Von: August Widmer - Fotos: Werner Jacobs - 16. April 2017 um 16:49 Uhr]
Wichtiger Sieg für Zahner  Im Vergleich zum Urban-Cross in Zürich, an welchem Zahner vor Wochenfrist hinter Marcel Wildhaber Zweiter geworden war, ordnete Zahner den Sieg in Affoltern so ein: «Für meinen Sponsor EKZ wäre es sicher toll gewesen, wenn ich das Urban-Cross gewonnen hätte. Aber aus sportlicher Sicht ist der Sieg am GP Osterhas wertvoller». Kommt dazu, dass EKZ auch in Affoltern einer der Sponsoren war, die zum Weiterbestehen des Osterhasen-Kriteriums beitragen. Für Zahner war der Sieg auch eine Bestätigung dafür, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört: «Es tut gut, auch auf der Strasse wieder einmal zu gewinnen. Der letzte Sieg als Strassenfahrer liegt auch einige Zeit zurück». Man tut also gut daran, Simon Zahner nicht abzuschreiben. Vielmehr ist mit ihm auch in der erst richtig anlaufenden Saison auf Schweizer Strassen zu rechnen.  Linda Indergand gewinnt bei den Frauen  A propos altes Eisen: Im Rennen der Masters, die in Affoltern unter sich waren, landete Christian Eminger (Basel) hinter dem Sieger Marcel Huber (Effretikon) und Lokalmatador Andreas Caruso (Affoltern) auf dem dritten Rang. Eminger ist unverwüstlich: Er gewann auch einem Jahrzehnt, nämlich 2006 und 2007 in Affoltern zweimal bei den Amateuren. Obwohl mittlerweile mehr als 50 Jahre alt, ist er weiterhin vorne dabei. «Ich fahre einfach gerne Rad. Und solange ich mit den Jungen noch einigermassen mithalten kann, bestreite ich weiterhin Rennen», verriet uns der zweifache Olympia-Teilnehmer. Olympia-Teilnehmer war Eminger übrigens nicht als Radsportler. Vielmehr startete er für sein Heimatland Oesterreich, in dem er allerdings nie wohnte, zweimal als Eisschnellläufer an Winterolympiaden. Das Rennen der Frauen wurde eine Beute der Bikerin Linda Indergand (Silenen). Sie vermochte sich mit Nicole Hanselmann (Wetzikon) und Marcia Eicher (Allschwil) abzusetzen. Dieses Trio nahm der Konkurrenz eine Runde ab. Damit diesen Fahrerinnen die drei ersten Plätze nicht zu nehmen. Als beste des Feldes kam die Fricktalerin Sandra Weiss (Sulz) auf den vierten Rang. Im Rennen des Frauen-Nachwuchses schwang die bisher als Quer- und Mountain-Bikerin aufgefallene Noemi Rüegg vom VC Steinmaur obenaus. Zusammen mit Martina Marchetto (Montreux) und Noelle Burri (Ersigen) war sie eine von drei Nachwuchsfahrerinnen, die im Elite-Feld mitzuhalten vermochte. In den Wertungssprints spurtete Rüegg keck mit den Elite-Fahrerinnen mit. So konnte sie sich den Sieg im Frauen-Nachwuchs an ihre Fahnen heften.   Martin Elmiger schickt den Nachwuchs auf die Strecke  In Affoltern erhielten nicht nur die Nachwuchs-Fahrerinnen eine Startgelegenheit. Auch die männlichen Nachwuchsleute kamen zum Zuge. Im Rennen der Anfänger holte sich Fabio Christen (Gippingen/VC Klingnau) den Sieg. Der Sohn der früheren Aktiven Sepp Christen und Jolanda Schleuniger sowie Enkel des ehemaligen Tour de France-Teilnehmers Hans Schleuniger gab zu, dass bei seinen ersten Saisonerfolg etwas Glück im Spiel war: «Der nach Punkten führende Dominik Bieler und ich erlitten Defekt. Ich hatte hinten einen Speichenbruch. Wir hatten zwei Runden Zeit, diesen Defekt zu beheben. Während ich die Wiederaufnahme des Rennens in dieser Zeit schaffte, brauchte Bieler für die Behebung des Schadens drei Runden. So kam ich zum Sieg». Christen totalisierte am Schluss 32 Punkte. Bieler brachte es sogar auf deren 63. Aber weil er eine Runde zu lange aussetzte, wurde er mit Rundenrückstand erst im 21. Rang klassiert. Hinter Christen kamen Kedup Gyagang, den man auch von den Querrennen her kennt, und Nicolo de Lisi auf die nächsten Plätze. Bei den Schülern der Jahrgänge 2003 und 2004 (Kategorie U-15) gewann Noah Obrist (Cham-Hagendorn) vor Jan Christen (Gippingen/VC Klingnau) und dem Jurassier Robin Donzé (Saignelegier). In der Kategorie U-13, also bei den Jahrgängen, 2005 und 2006, holten sich Francesco Caruso und Elia Felsberger, beide von dem den GP Osterhas einmal mehr gut organisierenden RRC Amt, vor Mats Poot (Cham-Hagendorfn) die beiden ersten Plätze. Und bei den jüngsten Schülern, den U-11, schwang Jonathan Rinner (Zürich-Höngg) vor Max Priemer (Klingnau/VMC Gansingen) und dem Tessiner Augusto Restivo (Monte Tamaro) obenaus. Bei den Schülern gab der dreifache Schweizermeister Martin Elmiger mit der Pfeife das Startzeichen. Elmiger, der am 1. Mai in Frankfurt für sein diesjähriges Team BMC wieder an den Start gehen wird, war sich auch nicht zu schade, bei der Siegerehrung und der Preisverteilung den jungen Radsportlern für ihre schönen Leistungen zu gratulieren.  Schweizermeisterschaften im Juni  In Affoltern a/A bleibt es in diesem Jahr nicht beim GP Osterhas. Vom 23. bis 25. Juni wird im Bezirkshauptort vielmehr die Schweizermeisterschaft der Strassenfahrer ausgetragen. Am Freitag, den 23. Juni, wird mit einem Volksrennen der Auftakt zum Meisterschafts-Wochenende gemacht. Am Samstag, den 24. Juni, und am Sonntag, den 25. Juni, stehen die Schweizermeisterschaften der verschiedenen Kategorien auf dem Programm. Höhepunkt wird dabei zweifellos das Elite-Rennen vom 25. Juni sein, zu dem um 11.30 Uhr gestartet wird. Etliche Rennfahrer verbanden die Teilnahme des GP Osterhas mit einer Besichtigung der Meisterschafts-Strecke. Der Parcours über 12,6 km, der je nach Kategorie verschieden häufig abgefahren werden muss, wird zweifellos würdige Meister hervorbringen.    .  August Widmer