Der Portugiese Rui da Costa gewinnt die 76. Tour de Suisse vor dem Luxemburger Frank Schleck und dem Amerikaner Levi Leipheimer


Der Portugiese Rui Alberto Faria da Costa holt sich den Gesamtsieg der Tour de Suisse 2012, trotz Grossangriff von Andy Schleck beim letzten Aufstieg zum Glaubenberg, wo Schleck sämtliche Gesamtersten abhängen konnten. Auf der Abfahrt und im letzten Aufstieg zum Ziel nach Sörenberg musste Schleck seine Gegner mit dem Leader Rui da Costa wieder herankommen lassen. Damit gab es um die ersten Plätze keine Veränderung. Der Schweizer Mathias Frank konnte sich als bester Schweizer mit einem 6. Etappenrang im Gesamtklassement auf den 12. Platz hervorarbeiten.

[Von: Werner Jacobs - 17. Juni 2012 um 18:53 Uhr]

Die Schlussetappe sollte aufgrund der knappen Rückstände im Gesamtklassement zwischen den ersten vier Fahrern Schleck 14 Sekunden, Leipheimer 21 Sekunden und Gesink 25 Sekunden für einige harte Angriffe gegen den Gesamtersten Rui da Costa sorgen. Nachdem im Aufstieg nach Freienbach bereits eine Gruppe mit Gesamtklassements-ungefährlichen Leuten gelaufen war, hielten sich die Fahrer im Feld entlang des Zuger- und Vierwaldstättersees noch sehr gelassen. Beim Aufstieg nach Glaubenbielen wurde dann aber ein scharfes Tempo angeschlagen und einige der im Gesamtklassement hinten klassierten Fahrer, welche eher Roller sind,  stiegen bei der ersten Durchfahrt durch Sörenberg aus dem Rennen.

Der letzte grosse Aufstieg nach Glaubenberg sollte dann die grosse Rennentscheidung bringen. Frank Schleck griff vehement an und distanzierte alle seine Konkurrenten bis zur Glaubenberghöhe um mindestens eine Minute. Die Distanz von 40 Kilometer bis zum Ziel sollte Frank Schleck jedoch zu Verhängnis werden, denn die hinter ihm liegende Gruppe war so stark in der Abfahrt und im anschliessenden Aufstieg nach Sörenberg, dass Schleck wieder gestellt wurde und alle Favoriten gemeinsam in Sörenberg eintrafen. Dies natürlich zugunsten des Leader Rui da Costa, welcher in den Bergen gegenüber Schleck immer etwas in Nöte geriet, mit seiner Moviestar-Mannschaft aber immer wieder über diese Situationen hinwegkam.

Aus Schweizersicht konnte sich einmal mehr Mathias Frank am besten in Szene setzen. Er kam mit nur wenig Rückstand über den Glaubenberg und konnte nach dem Zusammenschluss mit Schleck in der letzten Fluchtgruppe mitgehen und belegte den ausgezeichneten 6. Etappenrang. Im Schlussklassement belegt er als bester Schweizer auf Platz 12.